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Auf Bootssuche: geeignetes Rumpfmaterial, Osmose und eine 62 ft. Stahl Ketch | BootsProfis #3

Segelboot kaufen

Ein neues BootsProfis-Projekt: Eine 6-köpfige Familie möchte sich ein Segelboot kaufen, um auf der Ostsee erst darauf zu wohnen und später damit eine Langfahrt zu starten. Das bedeutet, ein passendes Schiff muss einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit und guten Segeleigenschaften bieten und dabei natürlich recht viel Platz bieten. Wir sind nicht nur bei den Besichtigungen dabei, sondern wir übernehmen alles: Findung des passenden Schiffstyp, die Schiffsuche und die Besichtigungen vor Ort.

Das Beste: Wir nehmen euch wieder mit! 


In der ersten Hälfte des Videos klären wir die Anforderungen in einem Beratungsgespräch zusammen mit der ganzen Familie. Und dabei wird es sehr technisch. Wir greifen das Thema "Was ist das geeignete Rumpfmaterial" auf und gehen mal die verschiedenen Optionen durch und inwiefern sie in diesem Fall passen. Alles hat wie gesagt immer Vor- und Nachteile und man muss den besten Kompromiss für sich finden. Das Wort Kompromiss kommt im Video übrigens sehr häufig vor. ;)

 

Kaufberatung Segelboot

Schiffsuche

Als die Frage aufkam, wie vertrauenswürdig ältere GFK Schiffe sind, erklärt Hendrik, was Osmose eigentlich ist und wie man es erkennt. In der zweiten Hälfte begeben wir uns auf die Suche und erstellen eine Auswahl von 10 Schiffen, passend zu den Anforderungen der 6. Kurz darauf sind wir schon unterwegs und starten unsere 5 Tages-Segelboot-Besichtigungstour durchs Mittelmeer mit einer 62 Fuß Stahl Ketch auf Sardinien.

 


Nächstes Mal testen wir das Schiff dann segelnd und das hat ziemlich viel Spaß gemacht (Anfang Januar), bevor es dann zum zweiten Schiff nach Griechenland geht! 

 

Viel Spaß mit diesem Video und liebe Grüße aus Berlin

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Kommentare: 7
  • #1

    Oliver Stulz (Sonntag, 03 März 2019 14:48)

    Hallo Ihr Zwei,
    ich fange dann mal als erster an.
    Für mich ist GFK das bessere Material obwohl ich ursprünglich ein Stahlschiff bauen wollte und extra eine Woche die Schulbank drückte um den Schweißschein zu machen.
    GFK finde ich einfach zu Reparieren und mit einfachen Mitteln die man mitnehmen kann.
    Ich hatte selbst 2 Boote die Osmose hatten und es war sehr einfach diese selbst zu restaurieren.
    Das jetzige eine Prout Snow 37 wurde dem Voreigner gesagt das sie Osmose hätte und seiner Blauäugigkeit hat er dann das Schiffchen mit einer Holzhobelmaschine bearbeitet....
    Naja Ihr könnt euch vorstellen was dann passierte. Der Gelcoat wurde komplett verschlagen und ich musste bis auf das Glas alles runterschleifen und neu aufbauen. Was ich damit sagen möchte ist das mit etwas Geschick das auch jeder das selber machen kann er braucht natürlich dann richtiges Werkzeug und keine Baumarkt Maschinen.
    Gruß Olly

  • #2

    KR Walter Piller (Montag, 04 März 2019 21:44)

    Hallo Segelprofis?
    Wann kommt die nächste Folge??
    LG aus Wien
    Walter Piller

  • #3

    Dominik (Dienstag, 05 März 2019 05:57)

    @Walter: Wir versuchen, einen 2 Wochen Rhythmus einzuhalten.

  • #4

    Frank Böhme (Dienstag, 05 März 2019 08:38)

    Hallo Ihr Helfer,
    Ich schließe mich der Meinung von Olli an, GFK ist reparatur freundlicher. Zwar habe ich auch schon Ausschau nach Aluschiffen gehalten, weil ja oft gesagt wird, dass Alu im Falle einer Kollision besser reagiert (also eher verbiegt als bricht), aber der deutliche Preisunterschied und der erhöhte Isolationaufwand wie bei enem Stahlschiff lassen mich zu dem Schluß kommen, das GfK das Mittel der Wahl ist. Ausserdem sind die neuen Schiffe mit dem Vakuum Infussionsverfahren so viel dichter in der Laminierung (Vakuum baut enorme Kräfte auf (s. Schon in der Schule den Versuch mit den Magdeburger Halbkugeln)) , wie man sie im Handauflegeverfahren nie hinbekommt. Deshalb wird sich das Osmose Problem bei den neuen Verfahren wahrscheinlich deutlich zeitlich verzögern, bzw minimieren. Ich arbeite seit über 38 Jahren mit GFK und bin einfach davon überzeugt. Wenn man dann auch noch Cevlar mit ins Spiel bringt, ist es abgesehen von den Kosten das Material Nummer 1!
    Gruß Frank

  • #5

    Andreas D. (Dienstag, 05 März 2019 20:12)

    Für mich wäre Stahl (obwohl mehr Pflege benötigt wegen Rost) die Wahl für eine Blauwasseryacht, denn man kann dieses Material nahezu überall auf der Welt reparieren sofern man eine Autowerkstätten findet. Laminieren in den Tropen ist nicht gerade vertrauenswürdigen aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit.
    Gruß Andreas

  • #6

    Chris Z. (Mittwoch, 06 März 2019 00:16)

    Erstmal ein Hallo in die Runde,
    diese Frage habe ich mir selbst gestellt, aus welchem Material soll das Segelschiff sein. Die Frage ist eigentlich nicht so schwer, da ich u.a. ein angehender Materialwissenschaftler (Werkstofftechnik) bin.

    Mit meinem Vorhaben, eine Segelyacht bzw. ein Segelschiff zu gestalten und zu bauen, stellt sich natürlich die allererste Frage. Welches Material soll das Ganze haben? Bzw. welche Materialien sind für ein Allzweck-Segelschiff interessant?
    Nachdem die Vor- und die Nachteile gegenüber gestellt worden sind und das eins nach dem anderen Werkstoff per Ausschlussprinzip ausgeschlossen waren.....blieb nur noch das Werkstoff (Marine-)Aluminium, dicht gefolgt mit GFK zurück.

    Ich finde es sehr bedauerlich, dass das Aluminium nicht sehr verbreitet ist. Dabei ist das Aluminium echt ein sehr gutes Material.

    Wenn ich das Ganze naturwissenschaftlich betrachte, ist das Aluminium von der Festigkeit wie dem vom Stahl "nahe kommt", sowie viel leichter als das Stahl. Jedoch kann wie bei Stahl auch beim Aluminium zu Korrosion führen, die durch Kriechströme bzw. Elektrolyse verursacht wird. Allerdings kann gegen jegliche Korrosion mithilfe mehrerer Methoden entgegengewirkt werden.

    Noch heute werden Fähren, Kreuzer, Fregatten, die auf Aluminiumbasis in den 90er Jahren konstruiert und gebaut worden sind, noch heute fahrtüchtig. Vorausgesetzt die Schiffe werden regelmäßig gewartet und instandgesetzt. Oftmals wird hier aus mangels finanziellen Gründen vernachlässigt und so sind sie mit Korrosion ausgesetzt.

    Der größte Vorteil vom Aluminium (und Stahl) ist die hohe "Recyclebarkeit", leider steht das GFK hier als Schlusslicht. Für Arbeiten mit GFK bzw. Epoxid-Harzes sind besondere Bedingungen nötig. Wobei für das Aluminium bei der Herstellung auch viel Energie benötigt wird, amortisiert sich das erst nach mind. einem Jahrzehnt.

    Nachteilig steht das Aluminium im Wärmeleitwert von ca. 237 W/m*K was im Vergleich zu GFK mit nur einen Wert von 0,21 gegenüber steht - zeigt auch, dass das Aluminium nur als Rumpfmaterial hervorragend geeignet ist und das GFK als Deckaufbau bzw. -material.

    Beim Werkstoff Stahl, sind die Bedingungen leider nicht günstig, da die Korrosion insbesondere im Yachtbau nicht geeignet ist, aber in den anderen Bereichen als Frachtschiffe, Kampfschiffe usw.

    Fazit: Eine Konstruktion der Yacht aus Alu als Rumpf und Deck in GFK rundet das Ganze ab. Durch die Festigkeit des Aluminium ist die Segelbarkeit in den höheren Breiten hervorragend geeignet, sowie auch durch das geringe Wärmeleitwert des GFK im Deckaufbau (inkl. Wärmedämmung (Polyethylene-Schaum) auch in den geringen Breiten geeignet.

    Sucht jemand ein Schiff, welches für alle Breiten geeignet ist, empfehle ich diese Konstruktion.

    Damit schließe ich meine Antwort auf eure Frage ab, auch wenn es ein wenig umfassend und ausführlich ist. - Ich hoffe, dass ich euch mit meiner Antwort helfen konnte und beantworte gerne weitere Fragen über Facebook.

    Viele Grüße,
    Euer Chris

  • #7

    Claas Bautermann (Freitag, 08 März 2019 17:40)

    Moin,
    Ohne Pflege oder zumindest zeitnahe Bedarfreparaturen werden sich wohl alle Bootsbaumaterialien irgendwann unreparabel auflösen.
    Es gibt GFK-Boote aus den 1960 bei denen nur die Alumasten und die einlaminierten Holzklötze vergammeln. Ganze Bootsserien aus späteren Jahren sind kaum noch zu finden weil die tollen modernen Sandwichkerne schonmal vorab verrottet sind.
    Es gibt aber auch Eisenschiffe die als ehemalige Frachtschiffe die 120 Jahre voll haben.
    Ein paar richtige Holzyachten fahren nach Jahrzehnten immer noch mit den ersten Planken (A&R, Beelitz)
    Bei den Einzelbauten kommt nach Stahl quantitativ auch Holzkomposit zur Anwendung.
    Sperrholzlaminate haben sich aber als sehr tückisch erwiesen weil sie gerne durch Haarrisse eingedrungene Nässe im unsichtbaren bereich vor sich hin wüten lassen.

    Die Sache mit der Kondensation bzw dem Schwitzen an den Innenflächen ist nicht wirklich Materialanhängig. es ist vielmehr eine Frage der Luftfeuchte in Relation zur Oberflächenthemperatur. So wurden früher alle Außenwände im Kojenbereich mit herausnehmbaren Lattenrosten versehen. Das Kondensat floss dann irgendwie in Richtung Bilgensumpf ab. Bei allen aufgebrachten Isolierung ist das problem die zu erzielende gasdichte Oberfläche. Anderfalls können sich ganze Wassernester bilden. Lose Schaumstoffplatten sind nur was fürs Auge. Zwangslüftung behebt das Problem auch nicht das die Natur freiwillig nur bei Frost ausreichend trockene Luft bereit stellt. Grundsätzlich verhindert jeder Verbau, egal ob Schott, Schap, Fächenpaneel oder sogar kontaktverklebtes Irgendwas, nicht eine Alterung durch Kondensfeuchtigkeit und alles was fest eingebaut ist behindert eine Renovierung oder gar Reparatur.

    Persönlich war ich froh das der Konstrukteur Aage Utzon schon sehr alt war als unsere SAGITTA 30
    als GFK-Rumpf (8-14mm) Holz-GFK Cocpit (18mm) gebaut wurde. Aber die einlminierten Schotten und die Sandwichdecks sind nur Trickreich wieder hin zu bekommen.